erst heute ist mir Dein Brief an Wolfgang Schäuble aufgefallen. Hierin schreibst Du:
demnächst also soll Islam-Unterricht auf Deutsch in deutschen Schulen eingeführt werden. Ich wusste gar nicht, dass Sie auch Religions-Minister sind. Herzlichen Glückwunsch zur Eigenbeförderung.
Ich finde das komisch. Der Wolfgang ist nämlich Innenminister. Als Innenminister ist er zuständig für die grundsätzlichen Angelegenheiten des Staatskirchenrechts und für Fragen der Beziehung zu den Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Das alles kannst Du hier nachlesen.
Vielleicht tu ich Dir aber auch Unrecht und Du meintest die Zuständigkeit für Bildungsfragen. Dafür ist der Wolfgang natürlich nicht zuständig. Darum kümmern sich mehr oder weniger die Annette und ihre Kollegen in den Ländern. Wenn der Wolfgang jetzt diesen Job übernehmen wollen würde, dann wär das aber keine „Eigenbeförderung“. Beförderung ist nämlich die Verleihung eines höheren Dienstgrades. Das wär so, als wenn Du -und dafür drück ich Dir ganz fest beide Daumen- Chef der Bild werden würdest. Wenn aber der Wolfgang (Minister) den Job von der Annette (Ministerin) übernehmen würde, wäre das kein Mehr. Das wäre nur von der Bezeichnung her irgendwie komisch (Ministerin Wolfgang). Würde Wolfgang der Schulchef in den Ländern werden wollen, würde das mit dem Mehr auch nicht hinhauen, sondern wär so, als müsstest Du aus Wanne-Eickel und nicht dem großen Berlin berichten.
Sollte es mit dem Chefposten bei Bild nicht klappen, versuch Du es doch als „Religionsminister“. Konzepte hast Du ja:
An dieser Religionsstunde haben alle Schüler teilzunehmen, Katholiken, Protestanten, Juden, Muslime, Buddhisten. Wenn unsere Schüler dann nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben oder an Allah mit Feuer und Schwert, dann haben wir eine wunderbare Religionsstunde.
Fast beleidigt war ich, als ich lesen musste, dass Du den Atheismus abstoßend findest. Aber wenigstens begründest Du, wenn Du schreibst:
Das Universum hat sich einfach nicht so ergeben.
Bei so viel Wissen muss ich mich überergeben.
Dein treuer Leser.