Lieber Franz Josef…

April 3, 2008

…in den letzten Tagen hast Du Post an Udo Lindeberg geschickt. Darin heißt es:

Sie sind für mich nach den Gebrüdern Grimm der zweite Erfinder der deutschen Sprache, des „Easy-Deutsch“.

Mal abgesehen davon, dass eine Erfindung nur ein Mal erfunden werden kann, scheinst Du auch etwas erfunden zu haben, und zwar als Erster: „Easy Rechnen“.

Sie, Udo Lindenberg, und ich sind gleich alt [...] Sie sind 46 geboren, ich 43.

Ich finde Dein Lob

weil Sie ein Nationalschatz Deutschlands sind

durchaus angemessen, denn wir Deutschen haben Udo etwas ganz Großes zu verdanken:

Ihnen verdanke ich, dass ich schreibe, wie ich heute schreibe.

Danke Udo, danke Franz Josef.

Dein treuer Leser.

Lieber Franz Josef…

April 3, 2008

…Trost kann etwas Schönes sein, wenn man es denn kann. Heute schreibst Du an Inge Jens, deren Mann an Demenz erkrankt ist. Deine Worte sind so wunderbar, der Höhepunkt:

Ihr Mann hat sich verwandelt vom klügsten Kopf Deutschlands zum leersten Kopf.

Frau Jens wird es jetzt viel besser gehen. Danke Franz Josef.

Dein treuer Leser.

Lieber Franz Josef…

März 28, 2008

…ich bin ja nun wirklich kein Rechtsschreib-Korinthenkacker, aber heute muss ich Dich auf einen Fehler hinweisen.

In Deiner heutigen Kolumne Deinem heutigen Brief schreibst Du:

Liebes Viagra,
gestern vor 10 Jahren kamst Du auf den Markt und hast Dich seitdem um ein Organ verdient gemacht[...] – den nicht mehr funktionierenden Penis.

Kann es sein, dass Du ein M vergessen hast?

Dein treuer Leser.

Lieber Franz Josef…

März 19, 2008

erst heute ist mir Dein Brief an Wolfgang Schäuble aufgefallen. Hierin schreibst Du:

demnächst also soll Islam-Unterricht auf Deutsch in deutschen Schulen eingeführt werden. Ich wusste gar nicht, dass Sie auch Religions-Minister sind. Herzlichen Glückwunsch zur Eigenbeförderung.

Ich finde das komisch. Der Wolfgang ist nämlich Innenminister. Als Innenminister ist er zuständig für die grundsätzlichen Angelegenheiten des Staatskirchenrechts und für Fragen der Beziehung zu den Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Das alles kannst Du hier nachlesen.

Vielleicht tu ich Dir aber auch Unrecht und Du meintest die Zuständigkeit für Bildungsfragen. Dafür ist der Wolfgang natürlich nicht zuständig. Darum kümmern sich mehr oder weniger die Annette und ihre Kollegen in den Ländern. Wenn der Wolfgang jetzt diesen Job übernehmen wollen würde, dann wär das aber keine „Eigenbeförderung“. Beförderung ist nämlich die Verleihung eines höheren Dienstgrades. Das wär so, als wenn Du -und dafür drück ich Dir ganz fest beide Daumen- Chef der Bild werden würdest. Wenn aber der Wolfgang (Minister) den Job von der Annette (Ministerin) übernehmen würde, wäre das kein Mehr. Das wäre nur von der Bezeichnung her irgendwie komisch (Ministerin Wolfgang). Würde Wolfgang der Schulchef in den Ländern werden wollen, würde das mit dem Mehr auch nicht hinhauen, sondern wär so, als müsstest Du aus Wanne-Eickel und nicht dem großen Berlin berichten.

Sollte es mit dem Chefposten bei Bild nicht klappen, versuch Du es doch als „Religionsminister“. Konzepte hast Du ja:

An dieser Religionsstunde haben alle Schüler teilzunehmen, Katholiken, Protestanten, Juden, Muslime, Buddhisten. Wenn unsere Schüler dann nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben oder an Allah mit Feuer und Schwert, dann haben wir eine wunderbare Religionsstunde.

Fast beleidigt war ich, als ich lesen musste, dass Du den Atheismus abstoßend findest. Aber wenigstens begründest Du, wenn Du schreibst:

Das Universum hat sich einfach nicht so ergeben.

Bei so viel Wissen muss ich mich überergeben.

Dein treuer Leser.

Lieber Franz Josef…

März 19, 2008

in Deiner heutigen Kolumne Dein heutiger Brief ist an „die Geldgierigen“ gerichtet. Du beschwerst Dich darüber, dass die Geldgierigen Dein Geld verzocken würden. Du findest es schade, dass nicht mehr die Priester, sondern die „schreienden Broker“ für unser Seelenheil zuständig sind. Du schreibst, die Geld-Jongleure würden sich Masters of the Universe nennen. Ich habe noch nie einen Bänker gesehen, der sich „Master of the Universe“ nennt. Vielleicht hab ich aber auch verpasst, dass He-Man im wahren Leben Broker bei der Deutschen Bank ist.

Dein schönster Satz aber ist folgender:

Die Bank weiß doch gar nicht, wie viel Schweiß ich vergossen habe bei einer Stunde Arbeit.

Das, lieber Eff Jott, frage ich mich auch. Vielleicht kannst Du mir das in Deinem nächsten Brief ja erklären.

Dein treuer Leser


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.